In einem meiner letzten Praktiken hatten wir das Thema „Ernährung“. Unter anderem haben wir auch einmal geschaut welchen Weg die Produkte, die wir täglich essen, hinter sich haben und wer alles beteiligt ist bis das Produkt im Laden zum Verkauf bereit steht. Oft ist es ja so, dass man sich gar keine Gedanken über solche Dinge macht und einfach konsumiert. Mir geht es nicht anders. Erst als ich das Thema mit meiner Praktikumsklasse behandelt habe, machte ich mir einmal Gedanken über die täglichen Produkte, die ich so konsumiere. Mit der Klasse haben wir einmal den Weg einer Tafel Schokolade angeschaut:
Geerntet wird heute genauso wie vor 450 Jahren in allen Kakaoländern der Welt, nämlich ohne Maschinen. Frucht für Frucht wird mit der Machete vom Stamm abgeschlagen, an Sammelplätzen gehortet und dort mit kräftigen und gezielten Buschmesserhieben geöffnet. In der Mitte der Frucht befindet sich die Kakaobohne. Diese Bohnen werden in der Sonne ausgelegt, bis das Fruchtfleisch sich verflüssigt und die Gärung (Fermentation) einsetzt. Die verbleibenden Bohnen werden weiter in der tropischen Sonne getrocknet und erhalten dadurch den für sie typischen Geschmack. Anschliessend werden sie in die verschiedenen Importländer verschickt, wo die Kakaobohnen geröstet, geschält und anschliessend gemahlen werden. Der Kakaokern besteht zur Hälfte aus Fett. Beim Mahlvorgang erwärmt sich nun dieses Fett und wird flüssig. Mit dieser Kakaomasse werden nun in einem recht anspruchsvollen Verfahren verschiedene Variationen von Schokoladen hergestellt.
Für die Kinder und auch mich war es sehr eindrücklich zu sehen, wie viel Arbeit und Aufwand hinter einer Tafel Schokolade steckt. Über solche Dinge macht man sich im Alltag viel zu wenig Gedanken.
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4 Kommentare:
Imposanter Kommentar. Ich habe in meinem Praktikum das Thema Elektrizität behandelt und gemerkt , dass über 1000 Personen dafür zuständig sind, dass der Strom, der von uns so alltäglich ab der Steckdose zur Verfügung steht, produziert werden kann, denkt man nur schon an die vielen Arbeiter beim Bau eines Kraftwerkes.
Dass in den Kakaoländern noch immer mühsam von Hand geerntet wird, habe ich nicht gewusst. Bin mir aber sicher, dass es den Kindern mindestens gleich imponiert hat, wie mir.
Weil ich sehr gerne Schokolade esse, hat es mich sehr interessiert, durch deinen Bericht etwas mehr über die Herstellung von Schokolade und den Weg dieses Produktes zu erfahren. Für uns ist es irgendwie selbverständlich, dass wir eine Schokolade irgendwo an einem Kiosk oder in einem Lebensmittelgeschäft kaufen können. So ist es auch mit vielen anderen Produkten. Seien dies nun Lebensmittel, Kleidung, Papier,...
Ich denke, dass wir uns mehr bewusst werden sollten, was alles dahinter steckt, bis wir ein Produkt tatsächlich in unseren Händen haben und es gebrauchen können.
Selina Bianchi, LG05Gg
Ich habe ebenfalls das Thema Schokolade vernetzt. Es ist wirklich eindrücklich, wie mühsam die einzelnen Kakaobohnen abgeschlagen, auseinandergeschlagen und ausgelegt werden. Alles geschieht von Hand...
Ich finde gerade bei der Schokolade ist vielen nicht bewusst, dass es so ein langer Prozess ist, bis sie hergestellt werden kann. In der Schweiz wird weltbekannte Schokolade hergestellt. Dadurch bekommt man den Eindruck, dass alles in der Schweiz hergestellt und angepflanzt wird. Doch die Hauptarbeit zur Herstellung leisten Arbeiter in Afrika, Amerika und Asien.
Gerade deshalb ist es so unfair, dass sie nur einen sehr geringen Teil des Profits erhalten.
Die Idee, beim Thema Ernährung auch auf die Herkunft und den Weg der Produkte einzugehen finde ich sehr gut. Ich denke, dass es für dich als Lehrperson, aber auch für die Kinder eine tolle Erfahrung war.
Ich finde es wichtig, mit den Kindern solche Themen zu behandeln und sie auf den fairen und unfairen Handel von Produkten aufmerksam zu machen.
von Martina Gstöhl
LG 05 Df
Auch ich komme erneut ins Staunen, wenn ich sehe, wie weit der Weg von der Kakaobohne zum Endprodukt der Schokolade ist. Wir Schweizer haben einen echten Stolz auf UNSERE SCHWEIZERSCHOKOLADE, aber sind wir doch ehrlich, die grosse Arbeit steckt nicht hinter den schweizer Arbeitern, sondern hinter den Arbeitern tropischer Länder. In der Schweiz wird die Kakaobohne weiterverarbeitet, bis am Schluss die leckeren Produkte in unseren Regalen zu finden sind und uns zum kaufen verlocken. Wenn man die Preise einer Schokolade mit anderen Importgütern vergleicht, so ist es erschreckend, wie billig doch Schokolade ist.
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