Dienstag, 4. März 2008

3. Wochen-Impuls / Wo 10 (3.3.-7.3.):

Von wo kommt die Banane? Wer arbeitete alles daran, dass ich eine Banane essen kann?

1. Schritt
Oftmals ist es so, dass in tropischen Gebieten Bananenplantagen angebaut werden. Damit man genügend Platz für solche Plantagen hat, werden grosse Teile von Regenwälder, ohne diese an einem anderen Ort wieder aufzuforsten, abgeholzt.
2. Schritt
Dann wird alles abgebrannt und Bananenbäume werden gepflanzt.
3. Schritt
Bananen wachsen erst dann, wenn der Baum genügend Kraft hat. Bis dahin müssen die Bäume gehegt und gepflegt werden. Wuchernde Pflanzen müssen herausgeschnitten und die Bananen mit Gift gegen Krankheiten bespritzt werden (was ich nicht unterstütze - daher wähle ich Fairtrade-Produkte).
4. Schritt
Die Bananen wachsen und werden schlussendlich von den Menschen, die bei den Plantagen wohnen geerntet.
5. Schritt
Die Bananen werden ans Meer gefahren.
6. Schritt
Dort werden die Container auf ein Transportschiff verfrachtet.
7. Schritt
In den Containern wird ein Gas ausgesetzt, damit die Bananen nicht mehr weiter reifen können
8. Schritt
Die Bananen-Container werden mittels eines Krans vom Transportschiff gehoben und an Land gebracht.
9. Schritt
Der Lastwagenfahrer fährt die Bananen über weite Strassenwege bis in die Schweiz und verteilt sie dort.
10. Schritt
Die Bananen werden in eine Reiferei gebracht. Dort werden sie überwacht und wenn die Bananen genügend Reif sind werden sie zum Verkauf freigegeben.
11. Schritt
Die Bananen werden in die Regale gelegt und mit einem Preis angeschrieben. Ich kaufe die Banane ein und esse sie.

Reflexion:
Jetzt wo ich sehe, wie gross der Aufwand war, der betrieben worden ist, um ein paar Bananen in unsere Regale unserer Warenhäuser zu bringen, bekomme ich fast ein schlechtes Gewissen. Wenn ich aber sehe, dass in der Mensa eine Banane für 80 Rappen und ein schweizer Apfel für 90 Rappen verkauft wird, dann wird es mir beinahe schlecht. Eine Banane ist billiger als ein schweizer Apfel, der einen weniger weiten Weg bis zu uns hatte… Ich verstehe die Welt nicht mehr! Aber eigentlich weiss ich den Grund schon, weswegen schweizer Äpfel teurer sind als ausländische Produkte... Die Schweizer produzieren eben sehr viel teurer als jene Arbeiter in den Tropenländern. Trotzdem bin ich schockiert und bin der Meinung, dass für Bananen aber auch Ananas und andere Früchte, die aus fernen Ländern hergeholt werden müssen, mehr Geld erhoben wird, dass dafür inländische Produkte günstiger verkauft werden können.

5 Kommentare:

Elfe hat gesagt…

Die Geschichte mit den Bananen wiederspiegelt das Verhalten unserer Gesellschaft. Wir wollen alles haben, und das zu einem möglichst günstigen Preis.
Der Vergleich zu den Inlandprodukten ist erschreckend. Hat aber viel mit den Vorschriften und auszubezahlenden Löhnen zu tun. Ein Schweizer Obstbauer kann nun mal nicht einen Apfel so günstig produzieren wie es bei den Bananen der Fall ist. In meinen Augen hat dies mit unserem Täglichen Konsumverhalten zu tun. Wer kennt den heute noch die Saisonfrüchte? Es gibt das ganze Jahr über die ganze bandbreite von Angeboten. Wer geht schon direkt beim Gemüsehändler einkaufen, der zwei Dörfer weiter weg seine Karotten aus dem Boden zupft? Die Innlandprodukte, so denke ich, haben ihren Preis, den müssen wir auch bezahlen, schliesslich wollen wir auch mal einen Lohn, der dem Standart in der Schweiz entspricht - also soll der Bauer auch angemessen verdienen können. Was aber das Konsumverhalten verändern könnte wäre Treibstoffzuschlag für importierte Produkte. Das wäre aber wieder unfair, da sich dann nur die Gutbetuchten solche Nahrungsmittel kaufen könnten. Und sowieso, die Schweiz könnte sich gar nicht selbst ernähren. dazu ist zu wenig vorhanden.
Fazit: Es dreht sich schlussendlich nur um den Preis um ein Produkt an den Mann/die Frau zu bringen. Unsere Augen glänzen beim Aktionsschild, und da übersehen wir gerne mal den Herkunftsort...
A. Thoma

candy hat gesagt…

Ich bin ganz deiner Meinung, es ist gibt zu denken, dass ein Schweizer Produkt teurer ist, als eines, das einen weiten Weg und damit viel Aufwand und Arbeit hinter sich hat. Leider ist das bei vielen Produkten so. Schokierend ist auch, dass eine Kiwi aus Neuseeland einen Weg von 20.000 Kilometer auf dem Schiff und dann noch 1.250 Kilometer auf der Strasse zurücklegt, trotzdem kostet eine Kiwi "lächerliche" 70 Rappen im Geschäft...
Ich schliesse ich deiner Meinung an, dass Produkte aus dem Ausland teurer sein sollten, das Problem ist nur, wenn sie zu teuer werden, kauft sie niemand mehr und wenn die Nachfrage nach inländischen Produkten steigt, haben diese quasi ein Monopol, was ihnen erlauben würde, ihre Produkte künstlich teurer zu verkaufen, damit wäre auch niemanden geholfen.
Sandra Baumgartner, LG05Da

Marina hat gesagt…

Wow dein Vergleich zwischen der Banane und dem einheimischen Apfel ist schon etwas erschreckend. Mir war das gar nie so richtig bewusst, dass ein Apfel, der wirklich viel weniger Aufwand benötigt bis er in den Läden ist, mehr kostet als eine Banane, die so einen weiten Weg hinter sich hat.
Ich bin da ganz deiner Meinung, dass Produkte aus dem Ausland teurer sein sollten als einheimische. Bei Produkten, die von weit her kommen, spielt ja auch die Umweltverschmutzung wieder eine grosse Rolle. Nur schon wegen den langen Transportwegen müssen diese Produkte teurer sein.

nicoletta hat gesagt…

In der Primarschule haben wir als M&U Thema "Bananen" behandelt. Dabei haben wir auch den Weg einer Banane genauer unter die Lupe genommen. Wie auch du haben wir mit Erschrecken festgestellt, dass sie eine wahnsinnige Reise auf sich nehmen muss. Nebst dem Transport, war es unserem Lehrer auch wichtig die Arbeitsverhältnisse der Arbeiter aufzuzeigen, wobei der faire Handel wieder zum Zuge kam.
Die ganzen Unterrichtslektionen waren sehr eindrücklich und stimmten uns nachdenklich, denn die Umstände, unter welchen diese Leute arbeiten, sind menschenunwürdig. Sie arbeiten sehr hart und dies für ein Hungerlohn!
Desshalb erachte ich es als äusserst wichtig, dass bei solchen Produkten auf das Label geachtet wird. Eines dieser bekanntesten ist sicherlich Max Havelar...

rosarot hat gesagt…

Uiuiui…ganz schön viele Schritte! Und immer noch so billig! Das haut mich fast aus den Socken. Ich bin auch der Meinung, dass dies ein Missverhältnis ist und die inländischen Produkte billiger angeboten werden müssten. Zudem ist es ein ökologischer Unsinn, Früchte und Gemüse um die halbe Welt zu transportieren. Wie du am Anfang richtig festgestellt hast sind die Produktionskosten im Ausland billiger als in der Schweiz und so wird es noch viele Jahre bleiben.
Um diesen Umstand zu beseitigen, hätte ich zusätzlich auch noch einen Lösungsansatz. Die Transportkosten sind einfach zu günstig und man muss diese um jeden Preis verteuern. Das könnte z.B. über den Benzinzoll oder ähnliches bewerkstelligt werden. Mit diesem Geld wiederum könnte der Staat die Entwicklung von umweltfreundlicher Energienerzeugung unterstützen.
Mit diesem Vorschlag, könnte man vielleicht die vielen Transporte ein wenig eindämmen und mit dem gewonnenen Geld einen kleinen Beitrag an die Reduktion der Klimaerwärmung beisteuern.

Grüässli...

Tamara Keller LG 05 A/c