2. Wochen-Impuls / Wo 9 (25.2.-29.2.2008):
In den liechtensteinischen Tageszeitungen konnte ich diese Woche leider nichts entdecken zum Thema Nachhaltige Entwicklung. Offensichtlich sind in unsere kleinen Steueroase zur Zeit andere Themen brisanter...
Auch im Fernsehen oder Radio fielen mir keine Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung.
Erfreulicherweise wurde ich im Migros – Magazin und in der Coop Zeitung von dieser Woche fündig.
Die Mirgos veröffentlicht in ihrem Magazin vom 25. Februar einen zweiseitigen Artikel über die Umweltproblematik alter Autos, welche zu einer erheblichen Schadstoffbelastung beitragen. Die Migros empfiehlt eine umweltgerechte Entsorgung bei einem Autoverwerter (statt sie ins Ausland zu verkaufen) und gibt zudem eine Internetadresse an, wo sich solche Recycling – Betriebe befinden. Der Artikel bietet ein gutes Hintergrundwissen zum Thema Auto und Umweltbelastung. Zudem lässt sich in dieser Ausgabe einen Gutschein finden, mit welchem Mobility – Autos, welche sehr umweltfreundlich sind, günstiger gemietet werden können. Die Mieter können dank diesen Autos nicht nur etwas zum Umweltschutz beitragen, sondern sammeln durch diese Aktion auch noch einen Cumulus – Punkt pro Mobility- Fahrtenumsatzfranken.
Coop hat in seiner aktuellen Ausgabe ein Interview mit Jürg Peritz, Leiter Marketing, Mitglied der Geschäftsleitung Coop unter dem Titel: „Vision: Coop will Co2 – neutral werden“ abgedruckt. Darin erzählt Peritz, wie Coop Co2 einsparen will und dass für diese Massnahmen dem Kunden keine Kosten anfallen, sondern diese von Coop alleine getragen werden.
Auffallend ist, dass öffentliche Zeitungen sich scheinbar wenig mit der Umweltproblematik auseinandersetzen. Ob Coop, Migros etc sich für Nachhaltige Entwicklung aufgrund von Imagepflege oder aus wahrem Interesse betreiben, finde ich eigentlich zweitranging. Beide Artikel verhelfen zu vertieftem Hintergrundwissen und zeigen auf, was die Bevölkerung für eine nachhaltige Entwicklung beitragen können, ohne dabei auf etwas verzichten oder tiefer in die Tasche greifen zu müssen. Die Artikel sind nicht im Sensations- Stil gehalten, sondern informieren sachlich und neutral über die Thematik, ohne dabei einen vorwurfsvollen Unterton zu haben.
Sandra Baumgartner, LG05Da
6 Kommentare:
Mir ging es gerade umgekehrt. Als ich einmal angefangen hatte Ausschau nach Beiträgen zur Nachhaltigen Entwicklung zu halten, merkte ich wie stark dieses zurzeit in den Medien diskutiert wird. Mir ist aber auch aufgefallen, dass oft grosse Firmen wie Coop, Migros, Mobilar, UBS die Initiative ergreifen etwas für die Nachhaltigkeit zu tun. Dies sicher auch aus Imagegründen!!! Aber wie du auch erwähnst, ist dies eigentlich egal, denn schliesslich zählt, dass etwas für unsere Umwelt getan wird.
Du hast davon geschrieben, dass alte Autos ins Ausland gebracht werden. Ich bin der Meinung, dass dies nicht die Lösung für ein Problem, sondern nur dessen Verschiebung ist. Fahren die Autos nicht mehr in der Schweiz scheint für viele das Problem gelöst, das wir das Auto ja nicht mehr fahren, sondern jemand anderer. Deshalb finde ich die umweltgerechte Entsorgung bei einem Fachhändler sehr wichtig. Damit ist der Umwelt zweimal gedient. Erstens wird das Auto umweltgerecht entsorgt und zweitens wird es nicht mehr gefahren. Das Angebot, billiger Mobility- Fahrzeuge zu mieten, die sehr umweltfreundlich sind, finde ich sehr gut. Ich denke aber es wäre an der Zeit mehr solche Autos zu produzieren, damit sie billiger werden und vermehrt gekauft werden.
Denise Dschulnigg Lg05g
Ich stimme mit dem Kommentar von Denise (Schlumfp) absolut überein. Autos billig an andere Länder zu verkaufen, damit sie hier aus dem Weg sind, ist wirklich keine Lösung. Auch bin ich der gleichen Meinung, was die Herstellung von umweltfreundlichen Fahrzeugen betrifft. Ich glaube, viele Menschen würden sich so ein Auto anschaffen, wenn sie nicht so teuer und nicht so viel Aufwand bringen würden.
Stefanie Grüninger, LG 05Df
Wie Steffi und Denise sagen, ist es ein Witz, dass unsere alten Autos in andere Länder abgeschoben werden. Es ist eine äusserst bequeme Methode, um mit reiner Weste dazustehen. Das geht meiner Meinung nach in die gleiche Richtung wie die Emissionsrechte welche man ver/kaufen kann. Versucht man selber auf die Umwelt zu achten und schützt sie um einen Teil, verschmutzt sie einfach jemand anderen um den gleichen Teil.
Angela Köppel LG 05 D7f
Ich finde deinen Text sehr spannend. Einerseits vernehme ich, dass sich Coop für die Umweltproblematik "Wie recyclen wir Autos?" auseinandersetzt und andererseits wollen sie mit ihren Superpunkten Menschen dazu verlocken Mobility- Auto zu fahren, was wieder umweltschädlich ist. Weshalb vergeben sie nicht Superpunkte für umweltschonendere Fahrzeuge, wie beim Kauf eines Zug-oder Bustickets? Coop mischt sich überall ein, sogar bei den Autos. Es geht aber meist nur darum, dass sie selbst von dem was sie tun profitieren können.
Auch ich wurde in Medien aller Art über Berichte von nachhaltiger Entwicklung fündig. Die Zeitungen von Coop und Migros werden jedoch an alle Haushalte verschickt, was vielleicht auf diese Weise eine grössere und breitere Masse von Menschen erreicht. Sicher geschieht die Initiative für Nachhaltigkeit auch aus Imagegründen - warum aber nicht genau aus diesem Grund etwas für die Umwelt tun und den Bekanntheitsgrad nutzen? Wie oder was für die Nachhaltigkeit getan wird, darüber lässt sich natürlich diskutieren und allenfalls muss auch einiges dazu hinterfragt werden.
Kommentar veröffentlichen