2. Wochen-Impuls / Wo 9 (25.2.-29.2.2008)Nachhaltige Entwicklung in den Medien
Gestern hatte ich gerade einen Teil einer Dokumentation gesehen, der zum Thema Nachhaltigkeit passt. Ganz kurz möchte ich über den Doku-Ausschnitt berichten:
Ein Ehepaar geht einkaufen. Die Frau steht vor zweierlei Bananen. Dole oder Max Havelar. Die Frau entscheidet sich für die Havelar Bananen, obwohl diese ein paar Rappen teurer sind. Dann legt sie die Bananen in den Einkaufskorb und geht weiter zu den Karotten. Auch dort gibt es zweierlei Angebote. Bio oder nicht Bio. Die Frau entscheidet sich für Bio, auch wenn sie teurer sind. Dann geht sie weiter zu den Eiern. Es gibt zwierlei Eier. Auslauf-Schweizer-Eier, welche am teuersten sind oder Bodenhaltung-Ausland-Eier, die ein Paar Rappen günstiger sind. Auch hier nimmt die Frau die teuren Auslauf-Schweizer-Eier und beim Hähnchen genauso. All die Dinge, die nun im Einkaufskorb lagen, betrachtete nun der Ehemann, welcher seine Frau nur kopfschüttelnd zugesehen hatte, wie diese die teuren Produkte ausgewählt hatte. Als die Frau beim Käsestand einen Zettel zog und wartete, da zog der Ehemann von Ort zu Ort und tauschte die teuren Bananen in billigere nicht Faire Trade Bananen um. Auch den Bio-Karottensack brachte er zurück und nahm den Billigeren. Dasselbe tut er bei den Eiern und dem Hähnchen. Zu Hause, als die Frau ihre Einkaufstasche ausräumt, stellt sie fest, dass die Bio-Rüben, keine Biorüben sind, sondern normale und die Faire Trade Bananen keine Faire Trade Bananen sind, sondern sondern solche ohne das Gütesiegel… Vorwurfsvoll schaut sie ihren Mann an und sagt. „Hey, kappierst du es denn nicht, ich habe extra Bio und Faire Trade Produkte gekauft. Sie helfen, dass es unserer Welt besser geht! Dass unter besseren Bedingungen gearbeitet werden kann. Dass aber auch Hühner nicht ständig zusammengepfercht in kleinen unangenehmen Räumen ihre Eier ablegen müssen und kaum einen Sonnenstrahl erblicken können. Was für ein schreckliches Leben es sein muss für diese Vögel, wenn sie nie nach draussen gelassen werden und dort in der Wiese oder in der Erde Graben können. Willst du solche Bodenhaltungen unterstützen, nur um ein paar lausige Rappen sparen zu können. Sei nicht so egoistisch und rauche lieber weniger Zigaretten, denn wenn du dort ein bisschen sparen würdest, dann biologische gesündere Produkte und Faire Trade Produkte auch drin liegen!“
Dieses Beispiel zeigt typisch die zwei Haltungen, die wir in unserer Gesellschaft finden. Die einen Sparen überall so viel Geld wie nur möglich, doch sparen sie manchmal am falschen Ort. Der zweite Typ der Einkäuver/innen unterstützen die Bio und Faire Trade Produkte, auch wenn sie ein paar Rappen mehr bezahlen müssen. Sie sind sich bewusst, dass sie mit diesen 20Rappen, die sie mehr bezahlen, etwas zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Arbeiter in den fernen Ländern beitragen.
Bioprodukte sind nicht mit Pestiziden bespritzt worden, sondern wachsen unter normalen natürlichen Bedingungen. Sie sind nicht künstlich beeinflusst worden. Sie sind ganz einfach gesünder für den menschlichen Körper.
6 Kommentare:
Nebst der Frage des Geldes, liegt es meiner Meinung nach auch am egoistischen Denken der Menschen, ob man sich im Alltag für nachhaltige Entwicklung einsetzt. Sobald man Schweizer Produkte einkaufen will, die nicht in der ganzen Welt "herumgekarrt" wurden, oder auch fairtraide-Produkte kaufen möchte, sind die Produkte sofort teurer. Anstatt halt weniger Produkte einzukaufen und dafür auf ein Label zu achten, welches nachhaltige Entwicklung unterstützt, möchte man nicht auf bestimmte Dinge verzichten. Dies liegt auch an der heutigen Konsumgesellschaft, wo man immer das Neuste, Beste braucht.
Wichtig wäre deshalb, dass man die Leute darauf sensibilisiert und versucht umzudenken.
Ich finde den Text den du beschrieben hast sehr passend zu unserer Gesellschaft. Auch ich kenne die Situation. Einmal habe ich einem Laden gehört, wie ein Mann einem anderen erklärt hat: "Kauf nie die Produkte mit dem da, drauf, das ist nämlich bio, so etwas dummes. Da zahlt man einfach mehr" Dabei hat er auf das Biosiegel gezeigt. Naja, ist etwa das Gleiche wie im Text und ich habe mich dann gefragt, ob dieser Mann bio wirklich schlecht findet, nicht weiss was es ist oder einfach sparen muss/möchte, was ich natürlich auch verstehen kann.
Unfassbare Gedanken!!
Wow, ich war echt hin und weg von diesem Beitrag. Zum einen beeindruckte mich die Art und Weise des Schreibens und zum andern wurde ich einmal mehr richtig wütend, wie manche Menschen denken!! Es ist wirklich traurig, wie Menschen vom Geldsparen sprechen können, im gleichen Atemzug aber sehr viel Geld ausgeben, um die eigenen Lüste zu befriedigen. Die selbe Rechnung könnte man nämlich beim Auto und Zug machen. Viele Menschen begründen ihre Autofahrten damit, dass der ÖV einfach zu teuer sei. Wurden da aber wirklich alle Kostenpunkte eines Autos eingerechnet...und könnte es nicht auch sein, dass wir "Geld sparen" indem wir heute den Zug nehmen, dafür morgen noch immer in einer (einigermassen) grünen Welt leben können und nicht Geld für Medikamente oder neue Strassen verprassen müssen...? Es ist doch auch ein Lohn, wenn wir glücklich und zufrieden auf dieser Welt leben und dabei frische Luft einatmen können.
Ich denke, dass ein Problem mit Faire - Trade Labels und Bio Produkten die Kunden oft nicht wissen, was diese Labels überhaupt bedeuten. Sie sehen zwar, dass Produkte mit solchen Labels teurer sind, warum dies aber so ist, wissen sie nicht. Ich bin mir sicher, dass nicht allzu viele Leute wissen, dass es bei solchen Produkten nicht nur darum geht, dass Tiere artgerecht gehalten werden, sondern eben auch, dass solche Produkte einen Beitrag zur Nachhaltigen Entwicklung leisten. Ich selbst habe schon mitbekommen, dass Meschen im Laden der Überzeugung waren, dass solche Labels nur ein Mittel seien, um die Produkte teurer verkaufen zu könnnen. Mit Aufklärung dieser Menschen könnte dazu beigetragen werden, dass vermehrt Faire - Trade Labels oder ähnliches gekauft wird.
Sandra Baumgartner, LG05Da
Ich finde den Text, den du geschrieben hast, sehr interessant. Er zeigt wirklich die Zwiespältigkeit unserer Gesellschaft auf. Würden mehr Menschen wie diese Frau denken, würde sich sicherlich einiges ändern. Oft gibt man Geld für Dinge aus, die man eigentlich gar nicht braucht. Dann kann man auch beim Kauf der Produkte ein bisschen mehr Geld ausgeben und dafür Menschen in Drittweltländern bessere Arbeitsbedingungen verschaffen.
mit grossem interesse habe ich deinen Text gelesen..zuerst einmal: toll, dass du diese Sendung verfolgt, dies wirklich ansprechend wiedergegeben und absolut überzeugend am Schluss begründet hast! Ich selbst achte auch sehr darauf, was ich kaufe, woher es kommt usw. (nicht zuletzt wahrscheinlich auch, da ich mich vegetarisch ernähre)..Oftmals werden Bioprodukte belächelt und als "Geldmacherei" abgestempelt - Ich finde das sehr schade, da sich diese Menschen (wie bei deinem Beispiel der Mann) viel zu wenig Gedanken über die Hintergründe von Bioprodukten, Fairer Handel usw. machen. Eigentlich ziemlich bedauernswert, nicht?
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