Freitag, 4. April 2008

Übernachtung im Zelt bei Regenwetter und Kälte

Im Vertiefungsstudium „Welt erleben und entdecken“ hatten wir Mittwoch und Donnerstag draussen im Wald verbracht. Es regnete die ganze Nacht hindurch. Zuerst dachte ich, dass ich irgendwann einschlafen werde, doch es kam ganz anders. Zu dritt verbrachten wir im Blachenzelt, das wir selbst gebaut haben. Im Zelt war es stockdunkel. Meine Kolleginnen schliefen bereits, nur ich lag noch wach. Da ich ganz am Rande des Zeltes lag und das Zelt ziemlich tief gebaut war, berührte mein Rücken (inkl. Schlafsack) die Blachen auf der Innenseite. Es fühlte sich mit der Zeit sehr kühl und feucht an, denn die Blache liess ein bisschen Regenwasser durch. Bald erhielt ich auch kalte Füsse. Lange Zeit lag ich da und horchte den leise herunterfallenden feinen Tropfen zu. Doch bald wurden die Tropfen grösser und grösser und prellten in einer Geschwindigkeit auf das Zelt herunter. Ich spürte jeden einzelnen Tropfen, bzw. jedes Hagelkorn auf meinem Rücken, da die Blache meinen Rücken noch immer berührte. Ich spürte immer mehr und mehr die Kälte, die vom Boden kam. Da realisierte ich, dass ich nicht mehr auf meiner Schlafmatte lag, sondern nur noch auf der etwas harten Isolationsmatte- meine Kollegin lag auf meiner Matte und ich wollte sie nicht wecken. Wenige Wassertropfen, die dann plötzlich auf meine Nase fielen, liessen mich zusammenschrecken. ‚Oh nein, das Zelt ist nicht dicht!‘, dachte ich mir und rückte einige Zentimeter in Richtung Füsse. Neben dem Regen, der eine leise, beinahe regelmässige Musik auf das Zeltdach klopfte, hörte ich noch etwas ganz anderes. Ein Waldkauz. Huhuuu hu, huhuhuhuuuuu…. Machte es in nicht allzu weiter Ferne. Und dann war es wieder still. Ich hörte in dieser Nacht noch dreimal diese Eule. Am nächsten Morgen fragte ich jene Schulkolleginnen, ob sie auch das Heulen gehört hätten, doch niemand scheint dies gehört zu haben.
Die Nacht im Zelt war für mich nicht so angenehm. Bisher erlebte ich das Übernachten im Zelt nie so extrem, da wir nie so kaltes Wetter hatten, doch in dieser Nacht lernte ich die Natur mit ihren Wetterphänomenen von seiner eher rauen, kalten Seite kennen. Gelernt habe ich in dieser Nacht, dass ich das nächste Mal mich wärmer anziehen muss um in der Nacht nicht vor lauter Kälte zittern zu müssen. Das nächste Mal nehme ich ganz dicke Socken mit und lege zwei warme, dem Körper eng anliegende Pullover an, um im Schlafsack nicht mehr frieren zu müssen.

3 Kommentare:

mojana hat gesagt…

Hallo, mir ist es diese Woche gleich ergangen (VS J+S-Lagerleitung). Jedoch hatten wir Schnee und die Temperaturen waren wahrscheinlich noch niedriger, als bei euch. Uns war es aber freigestellt, ob wir draussen übernachten wollten oder lieber im Lagerhaus. Natürlich waren wir "hart" und liessen uns von der Kälte nicht davon abhalten. Dies bereute ich ziemlich schnell..Zu Beginn gings super, es war "warm" und ich schlief bald ein. Doch etwas später wurde ich vom Regen, der auf unser Zelt prasselte, geweckt. Und ich merkte, dass ich schon ganz durchgefroren war. Naja, dann hiess es auf die Zähne beissen und durch. Ich habe zwar sehr schlecht "geschlafen", war wahnsinnig müde am nächsten Tag, aber die Erfahrung war es auf jeden Fall wert. ;)

Mojana

nicoletta hat gesagt…

Wie auch du hatte ich das Vertiefungsstudium „Welt erleben und entdecken“ letztes Semester besucht. In der Nähe der Martinsbrücke verbrachten wir ebenfalls zwei Tage und eine Nacht im Freien. Lustigerweise hatten auch wir sehr schlechtes Wetter und die Planen für unseren Unterschlupf waren feucht und ungemütlich. Am Abend schlief ich relativ schnell ein, doch je länger die Nacht und der Regen anhielt, desto kälter und ungemütlicher wurde es.
Am nächsten Morgen fühlte ich mich wie gerädert und der ganze Rücken schmerzte. Als ich dann unwillig aus meinem Schlafsack kroch und in meine Schuhe schlüpfen wollte, bemerkte ich, dass sich auch noch eine Schnecke über Nacht in meine Wanderschuh einquartiert hatte. Na toll! Einen super Start in einen neuen Tag !
Obschon ich lieber in meinem Bett schlafe, fand ich es eine tolle Erfahrung und würde es immer wieder nochmals tun!

Zügelwagen hat gesagt…

Uah, das finde ich schlimm, wenn man im Schlafsack friert. Irgendwann wird es ganz unten im Schlafsack kalt, und dann zieht man die Füsse an, und dann verspannt man sich, und am Morgen fühlt man sich wie gerädert. Na ja, zum Glück musstest du nur eine Nacht so verbringen.
Aber dann wird einem der Luxus nämlich wieder einmal bewusst, in einem gut isolierten Haus einfach die Heizung aufdrehen zu können. Manchmal bin ich eben doch froh, dass wir keine Höhlenbewohner mehr sind, oder am Morgen zuerst Feuer machen müssen, um ein bisschen warm zuhaben.